GENUG IST GENUG

Es ist vorbei. Aus der Corona-Krise heraus hätte sich die Chance geboten etwas Neues zu schaffen, sich gegenseitig zu unterstützen. Das haben wir alle gemeinsam nicht geschafft.

Was ist bis jetzt passiert?

Weit bevor sich das Board der EGLSF mit der Corona-Krise befasst hat, haben wir seitens der EuroGames Düsseldorf im März die Initiative ergriffen, um eine Lösung zu suchen. Hierzu haben wir mit unseren Freunden aus Nijmegen gesprochen, die einer Verlegung von 2022 auf 2023 schweren Herzens, aber im Sinne der Solidarität innerhalb der EGLSF, zugestimmt hatten. Gleichzeitig haben wir unser Orgateam, die Veranstaltungsstätten und die Stadt Düsseldorf befragt, ob eine Verlegung möglich sei. Für eine Verlegung auf 2021 konnte mit unseren Partnern alles vereinbart werden.

Nachdem das Board schließlich eingesehen hat, hier tätig werden zu müssen, kam es am 10. April zu einem Meeting des Boards und der drei Ausrichter. Schnell wurde klar, dass es in 2021 nicht allein um EuroGames geht, sondern um World Pride, welche zeitgleich mit den EuroGames in Kopenhagen stattfinden soll. Happy Copenhagen hat dies explizit bestätigt, in dem sie bestätigten, dass man keine EuroGames 2021, sondern ein verschmolzenes Event Copenhagen 2021 veranstalte.

Das Board drängte uns daher, auf 2022 zu rutschen. Wir konnten Stornierungskosten für Verträge so verhandeln, dass diese im Jahr 2021 angerechnet werden würden und die Stadt konnte uns die Finanzierung für eine Verschiebung um ein Jahr zusichern, nicht jedoch für zwei Jahre. Hinzu kommt auch die fehlende Motivation der Ehrenamtlichen. Seit vier Jahren arbeiten wir auf die EuroGames 2020 hin. Nochmal zwei Jahre durchzuhalten kann man von Leuten, die alles in ihrer Freizeit organisieren, nicht erwarten. Am Ende organisieren Ehrenamtliche die EuroGames und keine Verträge oder eine Firma.

Jegliche Verschiebung in das Jahr 2021 wurde aus Kopenhagen mit dem Hinweis abgelehnt, dass dies als Vertragsbruch interpretiert werden würde. Man wollte laut Board die Exklusivität im Jahr 2021 nicht aufgeben. Verständlich, dass mehrere Boardmitglieder uns schriftlich und mündlich ihre Furcht mitgeteilt haben, verklagt zu werden.

Für die Teilnehmenden, die auf jeden Fall EuroGames in Düsseldorf wollten und zur Rettung all des ehrenamtlichen Engagements sowie der eingesetzten öffentlichen Gelder, haben wir versucht ein einmaliges neues Event auf die Beine zu stellen, dass als „Twin Games“ im August als gemeinsam getragenes und kooperatives mit zwei dicht aufeinander folgenden EuroGames die Teilnahme an beiden erleichtert hätte. Als Zeichen der Zusammenarbeit und der Solidarität.

Das Board jedoch lehnte diesen Vorschlag ab. Erst auf unser Drängen nahm man es zunächst hin, dass wir das Konzept auf einer EGA vorstellen dürften und uns wurde schriftlich zugesagt, dass es eine solche EGA geben sollte. Das Momentum einer Zusammenarbeit war zu diesem Zeitpunkt aber bereits kaputt, durch Misskommunikation und mangelnde Unterstützung. Die Option einer EGA wurde durch das Board wenige Tage später jedoch wieder zurückgezogen, sodass die Vereine der EGLSF, welche die EuroGames auch vergeben, keine Entscheidung treffen dürfen und keine Mitsprache erhalten.

Warum sagen wir die EuroGames Düsseldorf nun vollständig ab?

Nunmehr ist eine Situation eingetreten, die nur durch eins gelöst werden kann:

Wir sagen die EuroGames Düsseldorf vollständig ab.

  • Durch die aus unserer Sicht starke Parteinahme, die Fokussierung auf die Vertragslage und das Verhalten des Boards ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit für uns mit dem Board nicht mehr möglich.
  • Wir teilen mit dem Board die Sorge, dass Happy Copenhagen mit seinem großen Budget in der Lage wäre, das Board zu verklagen. Dies wollen wir trotz der Differenzen mit dem Board vermeiden.
  • Wir wünschen dem Board die Kraft und den Mut, den Vertrag zu den EuroGames 2021 gegenüber Happy Copenhagen auch durchzusetzen. Happy Copenhagen hat sich bisher weder an die damalige Vereinbarung zwischen Rom, Düsseldorf und Kopenhagen gehalten noch verhält man sich sonst vertragskonform. EuroGames 2021 ist nirgends sichtbar: Keine Homepage, keine Werbeseite, kein Logo – alles ist der Marketingkampagne für Copenhagen 2021 untergeordnet und taucht nur in zweiter Reihe auf.
  • Das Board ist an seinem eigenen Anspruch gescheitert, eine Spaltung zu vermeiden. Für uns ist diese eingetreten. Deshalb beseitigen wir den Stein des Anstoßes und beenden EuroGames Düsseldorf vollständig, wie es das Board für richtig hält. Für diese Sichtweise und Entscheidung wird sich das Board auf der nächsten EGA oder AGA verantworten müssen.
  • Im Sinne der Einheit der LGBITIQ* Sportcommunity verzichten wir zudem auf eine Konkurrenzveranstaltung im Sommer 2021.
  • Wir wissen, dass es einen externen Vorschlag an das Board gab, mit dem Organisationskommittee von Düsseldorf eine Mediation durchzuführen. Diesen Vorschlag hat das Board ignoriert.
  • Vielleicht haben wir zu sehr mit unserem Herzblut und dadurch zu lang an der Idee von EuroGames in Düsseldorf gehangen. Nachdem wir 2015 in Stockholm mit ausgeholfen haben, 2016 mit Helsinki zusammen die Sports Guidelines formuliert haben, 2017 nach Miami die EGSLF in Schutz genommen haben und 2019 intensiv auch auf Bitten des Boards versucht haben, Rom zu helfen, fühlten wir uns nun einfach an der Reihe, es selbst machen zu dürfen. Zudem haben wir dafür gesorgt, dass es endlich ein einheitliches EGLSF-Registrierungstool geben kann und haben einen Vorschlag für das fehlende Inclusivness-Konzept der EGLSF formuliert, das nunmehr wohl von anderen EuroGames zum ersten Mal angewendet werden wird.
  • Wir sind überzeugt, dass bei uns die Voraussetzungen die besten im Sinne der EuroGames gewesen wären:
  • Die Organisation beruht auf größtenteils ehrenamtlichem Engagement
  • Sie wird von LGTBIQ* Sportvereinen getragen und nicht von Tourismus- oder Marketingunternehmen
  • Die Organisation hat das Wissen und die Erfahrung, Sportturniere auch in der Größenordnung zu organisieren
  • Die Organisation denkt nicht ausschließlich an ihre Spiele, sondern hat die Vision „EuroGames“ bei vergangenen und zukünftigen Ausrichtern selbstlos unterstützt
  • Wie bei den vergangenen Düssel-Cups steckt auch hier unser „Herzblut“ mit drin, was auch viele bereits Registrierte bei ihrem Feedback bestätigt haben

 

Was hält die Zukunft bereit?

Wir hatten gehofft, nach den Desastern von 2015 und 2019, das Vertrauen in die EuroGames wieder stärken zu können. EuroGames sind Spiele von EGSLF-Vereinen und gehören nicht die Hand von Marketing-Agenturen oder EGSLF-fremden Verbänden bzw. Bewegungen.

Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass Nijmegen 2022 und dann hoffentlich Bern im Jahr 2023 den Beweis antreten werden, dass EuroGames als größtenteils ehrenamtlich organisiertes Sportturnier von Mitgliedsvereinen für Mitgliedsvereine möglich sind, ohne auf zusätzliche Marketing-Budgets angewiesen zu sein.

Und wir hoffen, dass von der EGLSF künftig ein Zeichen ausgesendet wird, im Namen aller Vereine zu handeln und die Einheit in der EGLSF zu wahren. Hierzu gehört auch eine ehrliche Analyse und keine einseitigen Schuldzuweisungen, egal an wen.

Reform-Agenda für die EGLSF

Aufgrund der gemachten Erfahrung mit den Desastern von 2015, 2019 und 2020 sehen wir es als zwingend erforderlich an, eine sinnvolle Reform der EGLSF und des Boards anzustoßen, um in Zukunft die Qualität und Durchführung von EuroGames im Sinne aller Beteiligten zu sichern:

  1. EuroGames sollten immer eine rechtlich alleinstehende Veranstaltung mit separatem Personal und Budget sein und nicht vertraglich an andere Veranstaltungen gebunden sein. Eine Zusammenarbeit mit anderen Events, die die EuroGames fördern, ist wünschenswert, sollten aber bei Entscheidungen bezüglich der EuroGames keine Rolle spielen.

 

  1. Kein Mitglied des Boards sollte Teil einer Bewerbungskampagne um die EuroGames sein.

 

  1. Im Board sollte ein Mitglied dauerhaft die vollständige Zuständigkeit für die EuroGames haben. Das Liaison-System, bei dem immer neue Personen für die nächsten EuroGames zuständig sind, ist gescheitert.

 

  1. Im Board sollte eine Person „Head of Sports“ sein. Wir sind ein Sportverband und es kann nicht sein, dass, wie bei uns geschehen, niemand auf die Planung des Sports geschaut hat. Der Ansatz der „Sports Specialists“ ist gut, aber es braucht zwingend eine verantwortliche Person im Board, die auf die Einhaltung und Weiterentwicklung der Richtlinien im Sport achtet. Im Fall von Rom haben erst wir als Organisationsteam Düsseldorf die eklatanten Mängel in der Planung des Sportprogramms aufgedeckt. Das kann und darf nicht sein.

 

  1. Das Board muss die Initiative ernst nehmen, endlich das EGLSF-Registrierungssystem für alle zukünftigen EuroGames auf die Beine zu stellen. Bis vor drei Wochen hieß es, dass ein solches System nur eingeführt wird, wenn sich die Organisatoren der EuroGames darauf einigen. Das Rad muss nicht jedes Jahr neu erfunden werden und an „Kinderkrankheiten“ leiden. Zudem liegt hier auch eine große Ersparnis an Geld und Ressourcen.

 

  1. Das Board muss intern die eigene Kommunikation verbessern. Die Kommunikation zwischen verschiedenen Mitgliedern des Boards hat zu katastrophalen Situationen geführt, bis hin dazu, dass im Statement der EGLSF vom 18. Mai eine Unwahrheit verbreitet wurde. Vor diesem Hintergrund wäre es angebracht, wenn das Board entsprechende Konsequenzen zieht.

 

  1. Die EGLSF muss die Verbindungen und Verträge mit den verwandten Sportverbänden klären. Es kann nicht sein, dass jede EuroGames vor der Frage stehen, wie mit den Verbänden wie ESSDA, IGLFA, IGLA, Pink Hockey, REFEX etc. umgegangen wird.

 

  1. Die EGLSF sollte endlich mit der Einrichtung eines Fonds starten, um einer Ausrichtung von EuroGames beispielsweise in Prag, Warschau oder Krakau mit einer Anschubfinanzierung helfen zu können. Zu heutigen Zeiten kann hier nicht mit einer gewährten finanziellen Unterstützung seitens der jeweiligen Stadtverwaltung gerechnet werden, wie es für west-europäische Ausrichter fast selbstverständlich ist. Gerade in solchen Städten wären die EuroGames aber besonders sinnvoll.

 

Das Board und die AGA müssen jetzt erkennen, dass sich Grundsätzliches ändern muss.

Wir wollen gerne an der Idee weiterarbeiten, wie wir mit unserer fortgeführten Unterstützung der EuroGames 2022 in Nijmegen und mit der Unterstützung der Bewerbung eines EGLSF-Vereins für die EuroGames 2024 beweisen. Wir wollen mit den nun abgesagten EuroGames in Düsseldorf keine Trümmer, sondern ein positives Erbe für die Zukunft hinterlassen. 

Die Werte und Ziele, welche die EGLSF vertritt, liegen uns auch weiterhin am Herzen.

Was passiert jetzt?

Wir bieten allen bis dato registrierten Teilnehmenden die Erstattung von 80% ihrer bisher geleisteten Zahlung an. Dafür bitten wir um eine Mail an register@eurogames2020.de unter Angabe der Registrierungsnummer sowie der Bankdaten (IBAN&BIC). Die Outreach-Spenden werden wir 1:1 an Nijmegen 2022 weiterreichen, damit diese dort positiv wirken können.

Wir danken ausdrücklich all jenen Personen, die sich schon abgemeldet haben und ihre Teilnahmebeiträge nicht zurückgefordert, sondern an uns gespendet haben. Diesen Akt der Solidarität wissen wir sehr zu schätzen.

Wir danken ebenso all unseren Ehrenamtler*innen, die bis hierher mit über 20.000 geleisteten Stunden geholfen haben, der Stadt Düsseldorf und dem Land NRW für die Unterstützung, all unseren Partnern, dem Team von Nijmegen 2022 und vor allem all den Teilnehmenden, die Lust auf erfolgreiche EuroGames in Düsseldorf hatten.

Dass wir Euch enttäuschen müssen schmerzt uns am meisten.

 

 

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